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Schüßler-Salze Cholesterin: Welche helfen?

Cholesterin senken mit Schüßler-Salzen: welche Salze genannt werden, wie sie angewendet werden und was Sie vor dem Kauf wissen sollten.

Anna Hoffmann 6 Min. Lesezeit
Schüßler-Salze Cholesterin: Welche helfen?

Wer nach Möglichkeiten sucht, den Cholesterinspiegel mit Schüßler-Salzen zu senken, stößt vor allem auf eine Handvoll Mineralsalze, die in der Schüßler-Lehre traditionell mit dem Fett- und Stoffwechselhaushalt in Verbindung gebracht werden. Cholesterin senken mit Schüßler-Salzen ist dabei kein wissenschaftlich belegtes Behandlungskonzept, sondern eine ergänzende Anwendung aus der biochemischen Naturheilkunde, die eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und – wenn nötig – ärztlich verordnete Medikamente nicht ersetzt. Im Folgenden geht es konkret darum, welche Salze genannt werden, wie sie angewendet werden, was der Einstieg kostet und worauf Sie dabei achten sollten.

Welche Schüßler-Salze werden bei erhöhtem Cholesterin genannt?

In Ratgebern und bei Anwendern der Schüßler-Therapie tauchen bei diesem Thema meist immer dieselben vier bis fünf Salze auf. Sie werden nicht als Mittel gegen einen bestimmten Cholesterinwert beworben, sondern als Salze, die dem allgemeinen Stoffwechsel- und Bindegewebshaushalt zugeordnet werden.

  • Nr. 9 Natrium phosphoricum – wird in der Schüßler-Lehre dem Säure-Basen- und Fettstoffwechsel zugeordnet und ist das Salz, das in diesem Zusammenhang am häufigsten genannt wird.
  • Nr. 10 Natrium sulfuricum – gilt in der Systematik als „Entwässerungssalz“ und wird traditionell mit der Ausscheidung von Stoffwechselprodukten in Verbindung gebracht.
  • Nr. 1 Calcium fluoratum – wird dem Bindegewebe und der Elastizität von Gefäßwänden zugeschrieben und daher gelegentlich ergänzend erwähnt.
  • Nr. 2 Calcium phosphoricum – taucht in manchen Übersichten als Aufbausalz für Knochen und Bindegewebe auf und wird seltener, aber ebenfalls im Cholesterin-Kontext genannt.

Wichtig ist die Einordnung: Diese Zuordnungen stammen aus der historischen Systematik der Biochemie nach Dr. Schüßler, nicht aus Studien zur Cholesterinsenkung. Es gibt keinen belegten Wirkmechanismus, mit dem eines dieser Salze nachweislich den LDL- oder Gesamtcholesterinwert im Blut verändert. Wer sich für eine Anwendung entscheidet, sollte das als ergänzende, unterstützende Maßnahme verstehen und nicht als Ersatz für eine ärztliche Kontrolle der Blutfettwerte.

Cholesterin senken mit Schüssler Salzen: So läuft die Anwendung praktisch ab

Die genannten Salze werden in aller Regel als kleine Tabletten angeboten, die gelutscht statt geschluckt werden – das ist ein zentrales Merkmal der Schüßler-Anwendung, weil die Wirkstoffe dabei über die Mundschleimhaut aufgenommen werden sollen. Für den Einstieg sind folgende Schritte üblich:

  1. Auswahl der Salze: Häufig wird nicht nur ein einzelnes Salz, sondern eine Kombination aus zwei oder drei der genannten Nummern verwendet, zum Beispiel Nr. 9 zusammen mit Nr. 10.
  2. Einnahmehäufigkeit: Die Packungsbeilage der jeweiligen Präparate gibt eine allgemeine Anzahl an Tabletten pro Tag vor. Diese Angaben unterscheiden sich je nach Hersteller und Darreichungsform, weshalb sie im Einzelfall zu beachten sind.
  3. Kurdauer: In der Praxis wird meist über mehrere Wochen angewendet, bevor eine Einschätzung erfolgt – Schüßler-Salze werden generell nicht für den kurzfristigen, einmaligen Gebrauch beworben.
  4. Begleitung durch Fachpersonal: Wer unsicher ist, welche Salze und in welcher Menge für die eigene Situation infrage kommen, sollte das mit einer Apotheke, einer heilpraktischen Praxis oder dem behandelnden Arzt besprechen.

Ein Punkt wird beim Einstieg oft übersehen: Die Einnahme von Schüßler-Salzen entfaltet keine Wirkung, die sich ohne Bluttest überprüfen ließe. Der Cholesterinwert lässt sich ausschließlich durch eine Blutuntersuchung feststellen, nicht durch das eigene Befinden. Wer die Anwendung ernsthaft verfolgt, sollte deshalb parallel die üblichen ärztlichen Kontrolltermine wahrnehmen, um zu sehen, ob sich an den gemessenen Werten überhaupt etwas verändert.

Kosten und Bezugsquellen: Wo bekommt man die Salze?

Schüßler-Salze zählen zu den frei verkäuflichen Präparaten und sind entsprechend breit erhältlich. Die üblichen Bezugswege sind:

  • Apotheken: Hier ist meist die größte Auswahl an Herstellern, Potenzen und Darreichungsformen (Tabletten, Salben, Globuli) vorhanden, außerdem gibt es eine fachliche Beratung vor Ort.
  • Reformhäuser und Drogerien mit Naturheilsortiment: Auch dort werden gängige Nummern wie Nr. 1, 2, 9 und 10 häufig geführt, das Sortiment ist aber oft kleiner.
  • Online-Apotheken: Praktisch für Nachbestellungen, allerdings entfällt hier die persönliche Beratung, die gerade bei der Auswahl einer passenden Kombination hilfreich sein kann.

Preislich bewegen sich einzelne Packungen im niedrigen bis mittleren Euro-Bereich, wobei der genaue Betrag je nach Hersteller, Packungsgröße und Vertriebsweg schwankt. Wer mehrere Salze gleichzeitig anwendet, sollte diese Kosten von Anfang an einkalkulieren, da sich eine mehrwöchige Anwendung mit zwei oder drei Präparaten summiert. Ein häufiger Fehler beim Einkauf ist, ausschließlich auf den Preis zu achten und die Potenz – also die Verdünnungsstufe, die auf der Packung mit einer Zahl hinter einem „D“ angegeben ist – zu übersehen. Unterschiedliche Potenzen desselben Salzes sind nicht beliebig austauschbar, weshalb im Zweifel die Apotheke nach der für die jeweilige Anwendung üblichen Potenz gefragt werden sollte.

Was beim Kauf und bei der Anwendung häufig schiefgeht

Bei der Suche nach einem passenden Schüßler-Salz zur Cholesterinsenkung wiederholen sich einige typische Fehler, die den Nutzen der Anwendung – und mitunter auch die Gesundheit – beeinträchtigen können.

  • Absetzen verordneter Medikamente: Wer bereits cholesterinsenkende Arzneimittel einnimmt, sollte diese nicht eigenständig durch Schüßler-Salze ersetzen oder ohne Rücksprache absetzen. Eine Umstellung der Medikation gehört ausschließlich in ärztliche Hände.
  • Unrealistische Erwartungen: Schüßler-Salze werden manchmal so beworben, als könnten sie allein einen erhöhten Cholesterinwert deutlich senken. Ein belastbarer Beleg dafür fehlt, und wer allein auf die Salze setzt, riskiert, dass eine notwendige Behandlung zu spät beginnt.
  • Ernährung und Bewegung vernachlässigen: Der Cholesterinspiegel wird maßgeblich von Ernährungsgewohnheiten, Körpergewicht und körperlicher Aktivität beeinflusst. Wer sich ausschließlich auf Tabletten verlässt, lässt die Stellschrauben unbeachtet, die tatsächlich einen messbaren Unterschied machen können.
  • Falsche Potenz oder falsche Kombination: Ohne Beratung wird manchmal wahllos zu mehreren Nummern gegriffen, ohne dass eine sinnvolle Grundlage dafür besteht. Eine kurze Rücksprache in der Apotheke verhindert das.
  • Fehlende Kontrolle der Blutwerte: Ohne regelmäßige Bluttests lässt sich nicht feststellen, ob sich am Cholesterinwert überhaupt etwas verändert – die Anwendung verläuft dann quasi im Blindflug.

Diese Punkte betreffen besonders Menschen mit bereits diagnostizierten Fettstoffwechselstörungen, mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente. In all diesen Fällen sollte die Anwendung von Schüßler-Salzen vorab mit einem Arzt oder einer Ärztin besprochen werden, statt sie auf eigene Faust zu beginnen.

Wann ist eine ärztliche Abklärung notwendig?

Ein erhöhter Cholesterinwert wird ausschließlich über eine Blutabnahme festgestellt und lässt sich nicht an Symptomen erkennen. Wer also überhaupt in Erwägung zieht, mit Schüßler-Salzen etwas an seinem Cholesterinspiegel zu verändern, sollte zunächst wissen, wie hoch die eigenen Werte tatsächlich sind – das übernimmt eine hausärztliche Praxis im Rahmen einer regulären Blutuntersuchung.

Eine ärztliche Rücksprache ist insbesondere in folgenden Situationen sinnvoll, bevor eine Anwendung begonnen wird:

  • wenn bereits ein deutlich erhöhter Cholesterinwert diagnostiziert wurde oder ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht,
  • wenn regelmäßig Medikamente eingenommen werden, insbesondere solche zur Behandlung von Blutfettwerten, Blutdruck oder Diabetes,
  • bei Schwangerschaft oder Stillzeit,
  • bei Kindern, für die andere Empfehlungen gelten als für Erwachsene,
  • wenn zusätzliche Beschwerden auftreten, die abgeklärt werden sollten, statt sie selbst zu behandeln.

In diesen Fällen kann ein Arzt oder eine Ärztin einschätzen, ob und wie eine ergänzende Anwendung von Schüßler-Salzen überhaupt sinnvoll in den bestehenden Behandlungsplan passt – und vor allem, welche Maßnahmen tatsächlich einen nachweisbaren Effekt auf den Cholesterinspiegel haben. Eine Selbstbehandlung ausschließlich auf Basis von Erfahrungsberichten ersetzt diese fachliche Einschätzung nicht.

Fazit

Wer sich für Schüßler-Salze bei erhöhtem Cholesterin interessiert, findet vor allem eine überschaubare Auswahl an Salzen – allen voran Nr. 9 und Nr. 10 –, eine einfache Anwendung über Lutschtabletten und einen moderaten Preis in Apotheken, Reformhäusern oder Online-Apotheken. Entscheidend ist, die Anwendung als Ergänzung und nicht als Ersatz zu verstehen: Ernährung, Bewegung, ärztlich verordnete Medikamente und regelmäßige Bluttests bleiben die Grundlage, wenn es um den tatsächlichen Cholesterinwert geht. Wer bereits behandelt wird oder unsicher ist, sollte die Anwendung vorher mit ärztlichem oder pharmazeutischem Fachpersonal abstimmen.