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Unterzucker-Symptome bei Diabetes Typ 2

Symptome eines Unterzuckers bei Diabetes Typ 2 reichen von Zittern bis Verwirrtheit – so erkennen Sie die Warnzeichen frühzeitig.

Katharina Wolff 4 Min. Lesezeit
Unterzucker-Symptome bei Diabetes Typ 2

Die Symptome eines Unterzuckers bei Diabetes Typ 2, medizinisch Hypoglykämie genannt, entstehen, wenn der Blutzuckerspiegel zu stark absinkt – meist infolge einer blutzuckersenkenden Behandlung, ausgelassener Mahlzeiten oder ungewohnter körperlicher Anstrengung. Typisch sind Zittern, Schweißausbrüche, Heißhunger und ein schnellerer Herzschlag, bei stärkerem Abfall können auch Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit dazukommen. Wer diese Anzeichen kennt, kann schneller reagieren und ernstere Verläufe vermeiden.

Welche körperlichen Anzeichen treten typischerweise auf?

Der Körper reagiert auf einen sinkenden Blutzuckerspiegel zunächst mit einer Art Alarmreaktion des vegetativen Nervensystems. Diese sogenannten autonomen Symptome treten meist zuerst auf und dienen als Warnsignal, bevor das Gehirn selbst betroffen ist.

  • Kalter Schweiß, oft plötzlich und ohne körperliche Anstrengung
  • Zittern der Hände oder ein leichtes Muskelzucken
  • Herzklopfen oder ein spürbar schnellerer Puls
  • Plötzlicher, starker Hunger
  • Blässe und ein Gefühl von innerer Unruhe

Diese Symptome unterscheiden sich von Person zu Person in ihrer Intensität. Manche Menschen mit Diabetes Typ 2 spüren sie deutlich, andere – vor allem bei langjähriger Erkrankung oder bestimmten Medikamenten – nehmen sie kaum noch wahr. Man spricht dann von einer verminderten Hypoglykämie-Wahrnehmung, die unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprochen werden sollte.

Wie wirkt sich Unterzucker auf Konzentration und Denken aus?

Sinkt der Blutzucker weiter ab, ist irgendwann auch das Gehirn betroffen, das auf eine gleichmäßige Zuckerversorgung angewiesen ist. Dann treten sogenannte neuroglykopenische Symptome auf, die das Denken und Verhalten beeinflussen.

  • Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder klare Gedanken zu fassen
  • Sprachprobleme oder ein verwaschenes Sprechen
  • Sehstörungen wie verschwommenes Sehen
  • Reizbarkeit, plötzliche Stimmungsschwankungen oder ungewohnte Aggressivität
  • Schwindel, Kopfschmerzen oder ein Gefühl von Benommenheit

Diese Anzeichen werden von Betroffenen selbst manchmal nicht sofort erkannt, weil sie sich eher wie Müdigkeit oder Stress anfühlen. Umstehende bemerken oft zuerst, dass jemand ungewöhnlich verwirrt oder abwesend wirkt. Genau deshalb ist es hilfreich, wenn Angehörige oder Kollegen über die möglichen Warnzeichen Bescheid wissen.

Gibt es Unterschiede bei den Symptomen von Frauen?

Grundsätzlich läuft ein Unterzucker bei Frauen körperlich ähnlich ab wie bei Männern, da die zugrunde liegenden Mechanismen im Stoffwechsel gleich sind. Unterschiede zeigen sich eher bei den allgemeinen Diabetes-Typ-2-Symptomen, die einer Erkrankung vorausgehen oder sie begleiten: Bei Frauen gehören neben anhaltender Müdigkeit häufig eine unerklärliche Gewichtszunahme, häufigere Harnwegs- oder Scheideninfektionen sowie hormonell bedingte Zyklusveränderungen zu den ersten Hinweisen auf einen erhöhten Blutzucker.

Diese Diabetes-Typ-2-Symptome bei Frauen mit Gewichtszunahme betreffen die Grunderkrankung selbst, nicht den akuten Unterzucker – der tritt meist plötzlich auf und klingt bei rechtzeitigem Gegensteuern innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Manche Frauen berichten zudem, Unterzucker-Symptome zunächst mit Wechseljahresbeschwerden zu verwechseln, etwa wenn Schweißausbrüche oder Herzklopfen auftreten. Bei Unsicherheit, ob Beschwerden auf einen Unterzucker, auf hormonelle Veränderungen oder auf etwas anderes zurückgehen, sollte dies ärztlich abgeklärt werden – besonders während Schwangerschaft, Wechseljahren oder bei gleichzeitiger Einnahme weiterer Medikamente.

Wann werden die Symptome ernst?

Ein leichter bis mittelschwerer Unterzucker lässt sich in der Regel selbst durch die Aufnahme schnell wirkender Kohlenhydrate lindern. Anders sieht es aus, wenn der Blutzucker so stark absinkt, dass die betroffene Person nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu helfen.

Warnzeichen für einen schweren Verlauf sind:

  • Starke Verwirrtheit oder ein Verhalten, das für die Person untypisch ist
  • Krämpfe oder unkontrollierte Muskelzuckungen
  • Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Unfähigkeit, selbstständig zu essen oder zu trinken

In solchen Fällen handelt es sich um einen medizinischen Notfall, bei dem umgehend der Rettungsdienst gerufen werden sollte. Menschen mit Diabetes Typ 2, die blutzuckersenkende Medikamente oder Insulin verwenden, besprechen idealerweise im Voraus mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin, welche Notfallmaßnahmen im eigenen Fall sinnvoll sind.

Wie lässt sich bei ersten Anzeichen richtig reagieren?

Wer die ersten, milden Symptome bei sich bemerkt, sollte den Blutzucker nach Möglichkeit messen, um die Vermutung zu bestätigen. Steht kein Messgerät zur Verfügung, ist es meist sinnvoller, vorsichtshalber zu handeln, als abzuwarten.

  • Ruhe bewahren und, wenn möglich, hinsetzen oder hinlegen
  • Etwas mit schnell verfügbaren Kohlenhydraten zu sich nehmen, etwa Traubenzucker oder ein zuckerhaltiges Getränk
  • Nach etwa 15 Minuten prüfen, ob sich die Beschwerden bessern
  • Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden ärztlichen Rat einholen

Wie oft und wie stark Unterzuckerungen auftreten, hängt stark von der individuellen Behandlung ab. Deshalb ist es wichtig, wiederkehrende Episoden nicht allein zu bewältigen, sondern gemeinsam mit dem behandelnden Diabetesteam die Therapie zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Fazit

Die Symptome eines Unterzuckers bei Diabetes Typ 2 reichen von Zittern und Schweißausbrüchen bis zu Konzentrationsstörungen und Verwirrtheit. Sie unterscheiden sich von den allgemeinen Warnzeichen der Erkrankung selbst, etwa Müdigkeit oder Gewichtszunahme, treten dafür aber meist plötzlich auf und lassen sich mit rechtzeitigem Handeln gut abfangen. Wer wiederholt Unterzuckerungen erlebt oder sich bei den Anzeichen unsicher ist, sollte dies stets mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.