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Haarausfall durch Vitamin-D-Mangel

Haarausfall durch Vitamin-D-Mangel äußert sich oft diffus und schleichend – hier erfährst du, welche Anzeichen typisch sind und was hilft.

Matthias Neumann 6 Min. Lesezeit
Haarausfall durch Vitamin-D-Mangel

Haarausfall durch Vitamin-D-Mangel entsteht, wenn dem Körper über längere Zeit zu wenig Vitamin D zur Verfügung steht, um den Wachstumszyklus der Haarfollikel – der kleinen Strukturen in der Haut, aus denen die Haare wachsen – normal ablaufen zu lassen. Vitamin D gehört zu den Faktoren, die an der Steuerung dieses Zyklus beteiligt sind, weshalb ein Mangel dazu beitragen kann, dass mehr Haare als gewöhnlich in die Ruhephase wechseln und ausfallen. Wie sich Haarausfall bei Vitamin-D-Mangel konkret zeigt, welche weiteren Anzeichen ein Mangel mit sich bringen kann und was in diesem Zusammenhang auf dem Teller landen sollte, erklärt dieser Artikel.

Wie äußert sich Haarausfall bei Vitamin-D-Mangel?

Haarausfall im Zusammenhang mit einem Vitamin-D-Mangel zeigt sich in der Regel nicht als kahle Stelle an einer bestimmten Stelle des Kopfes, sondern als diffuser Haarausfall. Das bedeutet, dass die Haare über die gesamte Kopfhaut verteilt dünner werden und vermehrt ausfallen, ohne dass sich ein klar umgrenzter Fleck bildet. Betroffene bemerken das oft zuerst auf dem Kopfkissen, in der Bürste oder beim Waschen der Haare, wenn dort auffällig mehr Haare zu finden sind als sonst.

Typisch für diese Form des Haarausfalls ist außerdem eine zeitliche Verzögerung: Die Haare reagieren nicht sofort auf den Mangel, sondern erst Wochen bis wenige Monate später, weil ein Haarfollikel eine gewisse Zeit braucht, um von der Wachstumsphase in die Ruhe- und Ausfallphase zu wechseln. Das erschwert es, den Auslöser im Alltag selbst zuzuordnen, denn der eigentliche Mangel kann zu dem Zeitpunkt, an dem der Haarausfall auffällt, schon wieder zurückliegen oder sich weiterentwickelt haben.

Wichtig ist zudem, dass sich Haarausfall bei Vitamin-D-Mangel äußerlich kaum von Haarausfall durch andere Ursachen unterscheidet. Ein Mangel an Eisen, eine Schilddrüsenfunktionsstörung, hormonelle Veränderungen oder auch starker Stress können zu einem sehr ähnlichen Erscheinungsbild führen. Aus diesem Grund lässt sich allein anhand des Haarausfalls nicht sicher sagen, ob tatsächlich ein Vitamin-D-Mangel dahintersteckt – das kann nur eine ärztliche Untersuchung mit Bluttest klären.

Manche Menschen bemerken zusätzlich, dass neu wachsende Haare feiner oder weniger kräftig wirken als zuvor. Dies ist ein allgemeines Zeichen dafür, dass der Haarzyklus gestört ist, sagt aber für sich genommen ebenfalls nichts über die konkrete Ursache aus.

Wie äußert sich Vitamin-D-Mangel abgesehen vom Haarausfall?

Haarausfall ist bei einem Vitamin-D-Mangel meist nicht das einzige und häufig auch nicht das erste Anzeichen. Die Frage, wie sich Vitamin-D-Mangel äußert, lässt sich nur allgemein beantworten, weil viele der möglichen Beschwerden unspezifisch sind und auch andere Ursachen haben können. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die im Zusammenhang mit einem niedrigen Vitamin-D-Spiegel häufiger beschrieben werden:

  • Anhaltende Müdigkeit und ein Gefühl von Kraftlosigkeit, auch ohne ersichtlichen Grund
  • Muskelschwäche oder Muskelschmerzen, teils verbunden mit einer erhöhten Sturzneigung bei älteren Menschen
  • Knochen- und Gelenkschmerzen, da Vitamin D am Knochenstoffwechsel beteiligt ist
  • Eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte der Atemwege
  • Gedrückte Stimmung, besonders in den lichtärmeren Monaten des Jahres

Bei Kindern kann ein ausgeprägter, lang anhaltender Mangel zudem die Knochenentwicklung beeinträchtigen. Bei Erwachsenen mit einem sehr niedrigen Spiegel über einen längeren Zeitraum wird gelegentlich eine Erweichung der Knochensubstanz beschrieben, die sich unter anderem durch Knochenschmerzen bemerkbar machen kann.

Da all diese Beschwerden auch bei ganz anderen Ursachen auftreten können, lässt sich ein Vitamin-D-Mangel nicht anhand von Symptomen allein diagnostizieren. Der Vitamin-D-Spiegel im Blut – genauer gesagt der Wert von 25-Hydroxyvitamin-D – wird über eine Blutuntersuchung bestimmt, die eine Ärztin oder ein Arzt anordnet und einordnet. Wer mehrere der genannten Anzeichen gemeinsam mit Haarausfall bemerkt, sollte das eher als Anlass für eine ärztliche Abklärung sehen als für eine Selbstdiagnose.

Was essen bei Vitamin-D-Mangel? Lebensmittel mit Vitamin D

Bei der Frage, was bei Vitamin-D-Mangel zu essen sinnvoll ist, hilft ein grundlegendes Verständnis: Der größte Teil des Vitamin-D-Bedarfs wird normalerweise nicht über die Nahrung gedeckt, sondern über die körpereigene Bildung in der Haut durch Sonnenlicht. Über die Ernährung lässt sich der Vitamin-D-Spiegel daher nur begrenzt beeinflussen, dennoch gibt es Lebensmittel, die einen relevanten Beitrag leisten können.

Zu den natürlichen Vitamin-D-Quellen in der Ernährung zählen vor allem:

  • Fettreiche Fischsorten wie Hering, Lachs oder Makrele
  • Eigelb
  • Leber, etwa von Rind oder Kalb
  • Bestimmte Speisepilze, insbesondere solche, die bei der Aufzucht Sonnenlicht oder UV-Licht ausgesetzt waren
  • In einigen Ländern angereicherte Lebensmittel wie bestimmte Margarinen oder pflanzliche Milchalternativen, bei denen Vitamin D gezielt zugesetzt wurde

Diese Lebensmittel können einen Beitrag zur Versorgung leisten, reichen bei einem bereits bestehenden, deutlichen Mangel jedoch in der Regel nicht aus, um den Spiegel allein über die Ernährung wieder in einen normalen Bereich zu bringen. Deshalb wird bei einem ärztlich festgestellten Mangel häufig zusätzlich über regelmäßigen, unbedenklichen Aufenthalt im Freien und gegebenenfalls über ein Nahrungsergänzungsmittel gesprochen. Ob und in welcher Höhe eine Einnahme von Vitamin-D-Präparaten sinnvoll ist, hängt vom individuellen Blutwert, dem Alter, eventuellen Vorerkrankungen und einer möglichen Schwangerschaft oder Stillzeit ab – diese Entscheidung sollte daher nicht auf eigene Faust, sondern gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt getroffen werden.

Besonders im Blick behalten sollten diese Frage Menschen, die selten draußen sind, ältere Menschen, Menschen mit dunklerer Hautpigmentierung, die mehr Sonnenlicht für dieselbe Vitamin-D-Bildung benötigen, sowie Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen der Nieren, der Leber oder des Darms, da diese die Aufnahme oder Verarbeitung von Vitamin D beeinflussen können.

Was tun, wenn ein Zusammenhang zwischen Haarausfall und Vitamin-D-Mangel vermutet wird?

Wer bei sich vermehrten, diffusen Haarausfall bemerkt und einen Zusammenhang mit dem Vitamin-D-Spiegel vermutet, sollte diesen Verdacht nicht allein anhand von Symptomen bewerten. Der erste sinnvolle Schritt ist ein Gespräch mit einer Hausärztin, einem Hausarzt oder einer dermatologischen Praxis. Dort kann per Bluttest geklärt werden, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt, und gleichzeitig können andere mögliche Ursachen für Haarausfall – etwa an der Schilddrüse, am Eisenstoffwechsel oder im hormonellen Bereich – mitbetrachtet werden.

Wird ein Mangel festgestellt, wird in der Praxis meist besprochen, wie er ausgeglichen werden kann, etwa über eine Kombination aus mehr Zeit im Freien, angepasster Ernährung und, falls nötig, einem Präparat in einer für die individuelle Situation passenden Menge. Eine solche Dosierung sollte ärztlich festgelegt werden, da eine unkontrollierte, dauerhaft zu hohe Einnahme von Vitamin-D-Präparaten unerwünschte Wirkungen haben kann.

Beim Haarwachstum selbst braucht es anschließend Geduld: Da der Haarzyklus mehrere Monate umfasst, zeigt sich eine mögliche Besserung nicht sofort, sondern meist erst nach einigen Monaten, in denen sich neue Haare in der Wachstumsphase bilden. Bleibt der Haarausfall trotz normalisiertem Vitamin-D-Spiegel unverändert stark, ist das ein Hinweis darauf, dass noch eine andere oder zusätzliche Ursache eine Rolle spielt, die weiter abgeklärt werden sollte.

Sinnvoll ist außerdem, den Verlauf grob zu beobachten – etwa, ob sich die Menge der ausfallenden Haare über die Wochen verändert – und dies bei Folgeterminen anzusprechen. So lässt sich gemeinsam mit der behandelnden Praxis einschätzen, ob die eingeschlagene Richtung passt oder angepasst werden muss.

Fazit

Haarausfall bei Vitamin-D-Mangel zeigt sich meist als diffuses, schleichendes Ausdünnen der Haare über die gesamte Kopfhaut und tritt häufig zusammen mit anderen, eher unspezifischen Anzeichen wie Müdigkeit oder Muskelschmerzen auf. Weil sich diese Anzeichen stark mit anderen möglichen Ursachen von Haarausfall überschneiden, lässt sich ein Vitamin-D-Mangel letztlich nur über eine Blutuntersuchung sicher bestätigen. Eine ausgewogene Ernährung mit fettreichem Fisch, Eigelb oder angereicherten Lebensmitteln kann die Versorgung unterstützen, ersetzt bei einem bereits bestehenden Mangel jedoch nicht die ärztliche Abklärung und Begleitung.