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Vitamin-D-Mangel und Haarausfall

Vitamin-D-Mangel und Haarausfall hängen oft zusammen: Erfahren Sie, wie das Vitamin das Haarwachstum beeinflusst und wann ein Arzt helfen kann.

Matthias Neumann 3 Min. Lesezeit
Vitamin-D-Mangel und Haarausfall

Ein Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Haarausfall gilt als möglich, weil das Vitamin an der Steuerung des Haarwachstumszyklus beteiligt ist. Fehlt es dauerhaft, kann das eine von mehreren Ursachen für vermehrten, gleichmäßig über die Kopfhaut verteilten Haarausfall sein – meist jedoch nicht die einzige. Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin, das der Körper überwiegend durch Sonnenlicht auf der Haut selbst bildet; wie ein Mangel allgemein entsteht und behandelt wird, ist Thema des zugehörigen Übersichtsartikels.

Wie Vitamin D mit dem Haarwachstum zusammenhängt

Haarfollikel, also die kleinen Hautstrukturen, aus denen einzelne Haare wachsen, besitzen Andockstellen für Vitamin D, sogenannte Rezeptoren. Über diese Rezeptoren nimmt das Vitamin Einfluss darauf, ob ein Follikel in die Wachstumsphase eintritt oder eher in eine Ruhephase übergeht.

Der natürliche Haarzyklus verläuft in drei Abschnitten: einer Wachstumsphase (Anagenphase), einer kurzen Übergangsphase (Katagenphase) und einer Ruhephase (Telogenphase), an deren Ende das Haar ausfällt. Ist zu wenig Vitamin D vorhanden, wechseln offenbar mehr Follikel als üblich vorzeitig in die Ruhephase. Das äußert sich nicht als kahle Stelle, sondern als insgesamt vermehrter Haarausfall über den ganzen Kopf verteilt, den man als diffusen Haarausfall bezeichnet.

Diffuser Haarausfall als mögliches Anzeichen

Diffuser Haarausfall zeigt sich dadurch, dass beim Kämmen, Waschen oder auf dem Kopfkissen spürbar mehr Haare als gewöhnlich zurückbleiben, ohne dass sich einzelne kahle Flecken bilden. Das unterscheidet ihn von kreisrundem Haarausfall, bei dem klar abgegrenzte Stellen entstehen.

Wichtig zu wissen: Diffuser Haarausfall hat viele mögliche Auslöser, und ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ist nur einer davon. Auch folgende Faktoren kommen infrage und sollten bei anhaltendem Haarausfall ärztlich abgeklärt werden:

  • Eisenmangel
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Starker Stress oder eine kürzlich überstandene Erkrankung
  • Hormonelle Veränderungen, etwa nach der Schwangerschaft
  • Bestimmte Medikamente

Allein aus dem Haarausfall lässt sich also nicht ableiten, dass ein Vitamin-D-Mangel vorliegt. Erst eine Blutuntersuchung gibt darüber verlässlich Auskunft.

Welche weiteren Beschwerden können begleitend auftreten?

Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel äußert sich, wenn überhaupt, meist über mehrere unspezifische Beschwerden gleichzeitig statt über ein einzelnes eindeutiges Symptom. Häufig genannt werden Müdigkeit, Muskelschwäche und gelegentliche Kopfschmerzen, wobei Kopfschmerzen ebenso viele andere, deutlich häufigere Ursachen haben können und für sich genommen kein verlässlicher Hinweis sind.

Auch eine Verbindung zwischen Vitamin-D-Mangel und Gewichtszunahme wird diskutiert. Da sich das Vitamin im Fettgewebe einlagert, werden bei Menschen mit mehr Körperfett – etwa mit einem als voller empfundenen Bauch – häufiger niedrige Blutwerte gemessen. Ob der Mangel die Gewichtszunahme begünstigt oder umgekehrt mehr Körperfett den messbaren Vitamin-D-Spiegel senkt, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt; vermutlich spielt beides eine Rolle.

Manche Studien deuten zudem auf einen Zusammenhang zwischen niedrigen Vitamin-D-Werten und depressiven Verstimmungen hin. Vitamin D ersetzt jedoch keine Behandlung einer diagnostizierten Depression, und bei anhaltend gedrückter Stimmung sollte immer ärztlicher oder psychotherapeutischer Rat gesucht werden, unabhängig vom Vitamin-D-Status.

Wann sollte der Vitamin-D-Spiegel überprüft werden?

Eine Blutuntersuchung ist sinnvoll, wenn Haarausfall über mehrere Wochen anhält und zusätzlich weitere der genannten Beschwerden bestehen. Gemessen wird dabei meist ein Speicherwert, das sogenannte 25-OH-Vitamin-D im Blutserum. Ärztinnen und Ärzte ordnen den Wert im Zusammenhang mit Jahreszeit, Lebensumständen und weiteren Untersuchungsergebnissen ein.

Ein erhöhtes Risiko für einen Mangel besteht unter anderem bei:

  • Menschen, die sich selten oder nur stark bedeckt im Freien aufhalten
  • älteren Personen, deren Haut Vitamin D weniger effizient bildet
  • Menschen mit dunklerer Hautpigmentierung in nördlichen Breitengraden
  • Schwangeren und Stillenden
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahmen

Wer zu einer dieser Gruppen gehört oder anhaltende Beschwerden hat, sollte die Abklärung nicht aufschieben. Eine mögliche Nahrungsergänzung sollte individuell mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden, da die passende Dosierung vom gemessenen Ausgangswert, Alter, Gewicht und eventuellen Vorerkrankungen abhängt.

Fazit

Ein Vitamin-D-Mangel kann eine von mehreren möglichen Ursachen für diffusen Haarausfall sein, weil das Vitamin an der Steuerung des Haarwachstumszyklus beteiligt ist. Da Beschwerden wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Gewichtsveränderungen sehr unspezifisch sind, lässt sich ein Mangel jedoch nur durch eine Blutuntersuchung sicher feststellen. Bei anhaltendem Haarausfall lohnt sich daher der Gang zur Ärztin oder zum Arzt, um die tatsächliche Ursache zu klären und, falls nötig, gezielt gegenzusteuern.