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Bluthochdruck in der Schwangerschaft natürlich senken

Wer Bluthochdruck in der Schwangerschaft natürlich senken möchte, erfährt hier, welche Werte normal sind und welche Alltagsgewohnheiten wirklich helfen.

Katharina Wolff 5 Min. Lesezeit
Bluthochdruck in der Schwangerschaft natürlich senken

Wer Bluthochdruck in der Schwangerschaft natürlich senken möchte, kann mit Ernährung, Bewegung und Entspannung viel für einen stabilen Kreislauf tun – diese Maßnahmen ersetzen aber nie die ärztliche Kontrolle, da erhöhte Werte in der Schwangerschaft immer abgeklärt werden müssen. Im Folgenden geht es konkret darum, welche Alltagsgewohnheiten den Blutdruck unterstützen können und wo die Grenzen dieser Maßnahmen liegen.

Welcher Blutdruck ist in der Schwangerschaft normal?

Bevor man über natürliche Unterstützung nachdenkt, hilft ein Blick auf die Zahlen. Blutdruckwerte werden in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben und bestehen aus zwei Zahlen: dem oberen, systolischen Wert (Druck beim Herzschlag) und dem unteren, diastolischen Wert (Druck zwischen den Schlägen). Bei erwachsenen Frauen gilt außerhalb der Schwangerschaft ein Wert unter 120/80 mmHg allgemein als optimal, Werte bis etwa 129/84 mmHg werden meist noch als normal eingestuft. Diese Orientierungswerte ändern sich mit dem Alter kaum grundsätzlich, auch wenn der Blutdruck bei vielen Frauen im höheren Lebensalter tendenziell leicht ansteigt.

In der Schwangerschaft gelten etwas andere Maßstäbe. Werte bis 140/90 mmHg werden in der Regel noch als unauffällig betrachtet, wobei die individuelle Einschätzung immer der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt obliegt. Wichtig ist außerdem der Verlauf: Ein Anstieg gegenüber den Werten vor der Schwangerschaft wird ernster genommen als ein einzelner erhöhter Messwert, weshalb regelmäßige Kontrollen bei den Vorsorgeuntersuchungen einen festen Platz haben. Wer sich fragt, welcher Blutdruck bei Frauen grundsätzlich als normal gilt, findet die allgemeinen Referenzwerte in der Übersicht zum Thema Blutdruck bei Frauen – während der Schwangerschaft kommen jedoch zusätzliche Faktoren wie Wassereinlagerungen, Hormonveränderungen und die Belastung des Kreislaufs durch das wachsende Kind hinzu, die eine engmaschigere Beobachtung nötig machen.

Ernährung: Welche Gewohnheiten den Blutdruck unterstützen können

Die Ernährung gehört zu den Bereichen, in denen werdende Mütter selbst am meisten beeinflussen können. Ein ausgewogener, mineralstoffreicher Speiseplan gilt allgemein als förderlich für einen stabilen Kreislauf – ganz unabhängig davon, ob bereits erhöhte Werte vorliegen oder nicht.

  • Salzkonsum im Blick behalten: Ein bewusster, moderater Umgang mit Speisesalz wird häufig empfohlen, ohne dass eine strikte, salzarme Diät notwendig ist. Stark verarbeitete Lebensmittel, Fertigprodukte und Fast Food enthalten oft deutlich mehr Salz als selbst zubereitete Mahlzeiten.
  • Kalium- und magnesiumreiche Lebensmittel: Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse und frisches Obst liefern Mineralstoffe, die häufig mit einem stabilen Blutdruck in Verbindung gebracht werden.
  • Ausreichend trinken: Wasser und ungesüßte Tees unterstützen den Flüssigkeitshaushalt, was besonders in der Schwangerschaft wichtig ist, da das Blutvolumen deutlich zunimmt.
  • Koffein reduzieren: Ein maßvoller Konsum von Kaffee und schwarzem Tee wird in der Schwangerschaft allgemein empfohlen, da Koffein den Kreislauf kurzfristig anregen kann.
  • Regelmäßige, kleinere Mahlzeiten: Sie helfen, den Blutzucker- und damit auch den Kreislaufhaushalt gleichmäßiger zu halten, statt ihn durch große, schwere Mahlzeiten zu belasten.

Auch eine angemessene Gewichtszunahme, wie sie im Rahmen der Vorsorge individuell besprochen wird, spielt eine Rolle für den Kreislauf. Da der Nährstoffbedarf und die passende Ernährungsweise je nach Ausgangsgewicht, Vorerkrankungen und Schwangerschaftsverlauf unterschiedlich sind, lohnt sich hierzu ein Gespräch mit der Hebamme oder der behandelnden Praxis, statt sich an pauschalen Diätplänen zu orientieren.

Bewegung, Ruhe und Stressreduktion im Alltag

Neben der Ernährung gilt regelmäßige, moderate Bewegung als eine der wirksamsten Alltagsgewohnheiten für einen stabilen Blutdruck. Spaziergänge, Schwimmen oder leichtes Schwangerschaftsyoga werden häufig als geeignete Formen genannt, sofern keine gesundheitlichen Einschränkungen dagegensprechen. Ob und in welchem Umfang Sport während der eigenen Schwangerschaft sinnvoll ist, sollte jedoch immer individuell mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt abgestimmt werden, da dies unter anderem vom Schwangerschaftsverlauf, eventuellen Risikofaktoren und dem allgemeinen Gesundheitszustand abhängt.

Auch Ruhephasen haben einen messbaren Effekt auf den Kreislauf. Häufig wird empfohlen, zwischendurch die Beine hochzulegen und im späteren Schwangerschaftsverlauf möglichst auf der linken Seite zu liegen, da diese Position die Durchblutung der Gebärmutter begünstigen kann und den Druck auf große Blutgefäße verringert. Langes Stehen oder Sitzen ohne Unterbrechung wird dagegen häufig als belastend für den Kreislauf beschrieben, weshalb regelmäßige kurze Bewegungspausen sinnvoll sind.

Stress und Anspannung können sich ebenfalls auf den Blutdruck auswirken. Entspannungstechniken wie bewusste Atemübungen, progressive Muskelentspannung oder ruhige Bewegungsformen werden häufig als unterstützend beschrieben, um den Körper insgesamt zur Ruhe kommen zu lassen. Auch ausreichender, erholsamer Schlaf spielt eine Rolle: Schlafmangel wird allgemein mit einer stärkeren Kreislaufbelastung in Verbindung gebracht, weshalb feste Schlafenszeiten und eine ruhige Abendroutine sinnvoll sein können. Wichtig ist dabei, realistisch zu bleiben – der Alltag mit Beruf, Familie und den körperlichen Veränderungen der Schwangerschaft lässt sich nicht immer vollständig stressfrei gestalten, aber schon kleine, regelmäßige Erholungspausen können einen Unterschied machen.

Wo natürliche Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen

So hilfreich Ernährung, Bewegung und Entspannung im Alltag sein können – sie sind kein Ersatz für die medizinische Überwachung des Blutdrucks in der Schwangerschaft. Gerade weil sich Werte innerhalb weniger Tage deutlich verändern können, sind die regelmäßigen Messungen bei den Vorsorgeuntersuchungen so wichtig. Wird dort ein dauerhaft erhöhter Wert festgestellt, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, welche weiteren Schritte notwendig sind – dies hängt unter anderem von der Schwangerschaftswoche, bestehenden Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamenten ab und lässt sich nicht pauschal beantworten.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Anzeichen, die auf eine sogenannte Präeklampsie hindeuten können – eine schwangerschaftsspezifische Form des Bluthochdrucks, die zusätzlich mit einer erhöhten Eiweißausscheidung im Urin einhergehen kann. Zu den Warnzeichen, bei denen umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden sollte, zählen unter anderem:

  • starke oder ungewohnte Kopfschmerzen
  • Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen
  • Schmerzen im Oberbauch, insbesondere unter dem rechten Rippenbogen
  • plötzliche, deutliche Schwellungen im Gesicht oder an den Händen
  • plötzliche, starke Gewichtszunahme innerhalb kurzer Zeit

Solche Symptome sollten niemals allein mit Hausmitteln oder Lebensstiländerungen behandelt werden, sondern immer zeitnah ärztlich abgeklärt werden. Auch wer bereits blutdrucksenkende Medikamente einnimmt, sollte deren Anpassung oder Absetzen ausschließlich mit der behandelnden Praxis besprechen, da dies in der Schwangerschaft besondere Sorgfalt erfordert. Natürliche Maßnahmen können in solchen Fällen begleitend sinnvoll sein, ersetzen aber keine notwendige medizinische Behandlung.

Fazit

Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, moderater Bewegung, ausreichend Ruhe und bewusster Stressreduktion kann in der Schwangerschaft dazu beitragen, den Blutdruck in einem stabilen Bereich zu halten. Diese Alltagsgewohnheiten wirken jedoch unterstützend und niemals als Ersatz für die regelmäßige ärztliche Kontrolle, die während der gesamten Schwangerschaft ein fester Bestandteil der Vorsorge bleibt. Wer Auffälligkeiten bei den eigenen Werten bemerkt oder sich unsicher ist, sollte diese immer zeitnah mit der Frauenärztin, dem Frauenarzt oder der Hebamme besprechen, statt sich allein auf natürliche Maßnahmen zu verlassen.