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Erkältung Ohren zu: Schnelle Lösungen

Erkältung Ohren zu was hilft? Hier erfahren Sie, welche Hausmittel, Übungen und Medikamente den Druck lösen und wann ein Arzt nötig ist.

Jonas Bergmann 6 Min. Lesezeit
Erkältung Ohren zu: Schnelle Lösungen

Erkältung Ohren zu was hilft – diese Frage stellen sich viele, sobald sich zum Schnupfen auch noch ein watteartiges Gefühl in den Ohren gesellt. Meist steckt eine vorübergehende Belüftungsstörung dahinter, die sich mit einfachen Hausmitteln, freiverkäuflichen Präparaten und etwas Geduld von selbst löst. Allgemeine Informationen zu Erkältungssymptomen und klassischen Hausmitteln finden Sie in unserem Grundlagenartikel; hier geht es konkret um verstopfte Ohren und was jetzt wirklich hilft.

Warum fühlen sich die Ohren bei einer Erkältung zu an?

Verantwortlich für das Druckgefühl ist meist die sogenannte Ohrtrompete (Eustachische Röhre), ein schmaler Kanal, der das Mittelohr mit dem Rachenraum verbindet und normalerweise für einen Druckausgleich sorgt. Bei einer Erkältung schwillt die Schleimhaut in Nase und Rachen an, und diese Schwellung setzt sich häufig bis in die Ohrtrompete fort. Dadurch kann kein Druckausgleich mehr stattfinden, Luft im Mittelohr wird nicht mehr richtig erneuert, und es entsteht ein Unterdruck.

Das äußert sich typischerweise als dumpfes Hören, ein Völlegefühl im Ohr oder ein leichtes Knacken beim Schlucken und Gähnen. In den meisten Fällen ist das unangenehm, aber nicht gefährlich, solange keine starken Schmerzen, Fieber oder Ausfluss aus dem Ohr hinzukommen. Da die Ursache in der geschwollenen Nasenschleimhaut liegt, setzen fast alle wirksamen Maßnahmen genau dort an: Wer die Nasenatmung frei bekommt, entlastet meist auch die Ohren.

Erkältung Ohren zu: Was hilft mit Hausmitteln?

Wenn es um Erkältung und was hilft an Hausmitteln geht, zielen die bewährtesten Maßnahmen darauf ab, die Schleimhäute abschwellen zu lassen und den Druckausgleich zu erleichtern. Viele dieser Methoden lassen sich problemlos in den Alltag einbauen und mehrmals täglich wiederholen.

  • Dampfinhalation: Warmer Wasserdampf, etwa über einer Schüssel mit heißem Wasser, kann die Nasen- und Rachenschleimhaut befeuchten und das Abschwellen unterstützen. Der Kopf sollte dabei nicht zu nah über das heiße Wasser gehalten werden, um Verbrühungen zu vermeiden.
  • Nasenspülung mit isotonischer Kochsalzlösung: Sie befreit die Nase von Sekret und kann den Übergang zur Ohrtrompete offenhalten. Fertige Nasenspülungen aus der Apotheke sind für den Einstieg oft einfacher zu dosieren als selbst angerührte Lösungen.
  • Ausreichend trinken: Warme Getränke wie Tee verflüssigen den Schleim und erleichtern das Abschwellen der Schleimhäute auf natürliche Weise.
  • Feuchte Wärme am Ohr: Ein handwarmes, feuchtes Tuch oder ein Kirschkernkissen kann als angenehm empfunden werden. Bei Ohrenschmerzen, Fieber oder Ausfluss sollte auf Wärmeanwendungen verzichtet und stattdessen ärztlicher Rat eingeholt werden.
  • Gähnen, Schlucken oder vorsichtiges Kauen: Diese Bewegungen aktivieren die Muskulatur rund um die Ohrtrompete und können den Druckausgleich unterstützen, etwa beim Aufstehen oder während einer Flugreise mit Erkältung.
  • Erhöhte Kopflage beim Schlafen: Ein zusätzliches Kissen kann den Sekretabfluss erleichtern und das nächtliche Druckgefühl verringern.
  • Feuchte Raumluft: Ein Luftbefeuchter oder ein feuchtes Handtuch auf der Heizung hilft, die Schleimhäute nicht zusätzlich auszutrocknen.

Diese Maßnahmen ersetzen keine ärztliche Behandlung, wenn sich die Beschwerden verschlimmern oder länger als üblich anhalten. Sie sind aber eine sinnvolle erste Anlaufstelle, solange keine Warnzeichen vorliegen.

Erkältung: Was hilft an Medikamenten bei verstopften Ohren?

Wenn Hausmittel allein nicht ausreichen, kommen bei Erkältung häufig Medikamente ins Spiel, die gezielt die Nasenschleimhaut abschwellen lassen und dadurch indirekt auch die Ohren entlasten. Abschwellende Nasensprays oder -tropfen mit Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin sind in Apotheken frei erhältlich und können den Durchgang zur Ohrtrompete kurzfristig öffnen.

Wichtig ist dabei, sich an die Anwendungsdauer auf der Packungsbeilage zu halten, da eine zu lange Nutzung solcher Sprays die Schleimhaut auf Dauer eher schädigen als schützen kann. Bei Schmerzen im Ohr oder im Kopf kommen mitunter auch schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol zum Einsatz; welches Präparat, in welcher Menge und für wie lange geeignet ist, hängt von Alter, Vorerkrankungen, Schwangerschaft und weiteren eingenommenen Medikamenten ab und sollte in der Apotheke oder beim Arzt individuell abgeklärt werden.

  • Kombinationspräparate gegen Erkältungssymptome enthalten oft mehrere Wirkstoffe gleichzeitig, etwa gegen Schnupfen und Schmerzen. Sie sind praktisch, aber nicht für jeden geeignet – wer bereits ein Einzelpräparat einnimmt, sollte doppelte Wirkstoffe vermeiden.
  • Ohrentropfen werden nur dann sinnvoll eingesetzt, wenn eine Fachperson zuvor das Trommelfell begutachtet hat, da manche Tropfen bei einem geschädigten Trommelfell nicht angewendet werden dürfen.
  • Pflanzliche Präparate, etwa auf Basis von ätherischen Ölen, werden von manchen als unterstützend empfunden; ihre Wirkung ist jedoch weniger einheitlich belegt als bei klassischen abschwellenden Sprays.

Grundsätzlich gilt: Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, schwanger oder stillend ist oder unter chronischen Erkrankungen leidet, sollte vor der Anwendung neuer Präparate Rücksprache mit Arzt oder Apotheke halten, statt sich allein auf allgemeine Empfehlungen zu verlassen.

Erkältung bei Kindern und Kleinkindern: Worauf sollte man achten?

Bei Erkältung sind Kinder oft besonders betroffen, wenn es um verstopfte Ohren geht, weil ihre Ohrtrompete kürzer und waagerechter verläuft als bei Erwachsenen. Dadurch staut sich Sekret leichter, und Druckausgleich fällt schwerer. Was bei einer Erkältung bei Kindern hilft, unterscheidet sich daher in einigen Punkten deutlich von den Maßnahmen für Erwachsene.

Kleinkinder und Babys können ein Druckgefühl im Ohr noch nicht in Worte fassen. Typische Anzeichen sind häufiges Greifen ans Ohr, Unruhe beim Liegen, Trinkschwierigkeiten oder ungewöhnliches Weinen, besonders nachts. Bei Erkältung bei Kleinkindern hilft oft schon eine erhöhte Lagerung beim Schlafen und regelmäßiges Absaugen oder Abwischen der Nase, damit die Atmung durch die Nase erleichtert wird und weniger Druck auf die Ohren entsteht.

  • Nasentropfen mit Kochsalzlösung, speziell für Säuglinge und Kleinkinder formuliert, gelten als schonende erste Wahl, um die Nase frei zu halten.
  • Abschwellende Nasensprays für Erwachsene sind für Babys und kleine Kinder nicht geeignet; es gibt eigene, niedriger dosierte Produkte für diese Altersgruppen, deren Anwendung mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt abgesprochen werden sollte.
  • Ausreichend Flüssigkeit ist bei kleinen Kindern besonders wichtig, da sie schneller austrocknen als Erwachsene, was den Schleim zusätzlich zäh macht.
  • Feuchte, nicht zu warme Raumluft im Kinderzimmer kann das Durchatmen erleichtern.

Bei Säuglingen unter einigen Monaten, bei anhaltendem Fieber, sichtlichen Schmerzen, Ausfluss aus dem Ohr oder wenn sich das Kind auffällig schlapp verhält, sollte zeitnah eine kinderärztliche Praxis aufgesucht werden. Eine unbehandelte Belüftungsstörung kann bei Kindern gelegentlich in eine Mittelohrentzündung übergehen, die ärztlich abgeklärt und behandelt werden sollte.

Erkältung mit schwerem Atmen: Wann wird es ernst?

Manche Betroffene berichten neben den zugestopften Ohren zusätzlich über eine erschwerte Atmung, meist weil die Nase stark verstopft ist und der Rachen gereizt ist. Bei einer Erkältung mit schwerem Atmen hilft in leichten Fällen häufig dieselbe Kombination wie bei den Ohren: Dampfinhalation, Nasenspülungen, viel Flüssigkeit und feuchte Raumluft, um die Schleimhäute zu beruhigen und die Atemwege freier zu machen.

Wichtig ist jedoch, echte Atemnot von einer erschwerten, aber grundsätzlich noch ausreichenden Nasenatmung zu unterscheiden. Eine leicht verstopfte Nase, die sich nachts unangenehm anfühlt, ist bei einer Erkältung normal. Anders sieht es aus, wenn sich Betroffene auch in Ruhe kaum ausreichend Luft verschaffen können, wenn Sprechen wegen Atemnot schwerfällt oder wenn ein pfeifendes Atemgeräusch auftritt.

  • Deutliche Atemnot in Ruhe oder bei geringer Belastung
  • Bläuliche Verfärbung der Lippen oder Fingernägel
  • Anhaltend hohes Fieber in Kombination mit Atembeschwerden
  • Starke, einseitige Ohrenschmerzen mit Ausfluss aus dem Ohr
  • Plötzlicher Hörverlust auf einem oder beiden Ohren
  • Beschwerden, die nach etwa zehn bis vierzehn Tagen nicht besser, sondern schlechter werden

Treten eines oder mehrere dieser Anzeichen auf, ist das ein Signal, zeitnah eine Arztpraxis aufzusuchen oder bei akuter, schwerer Atemnot den Notruf zu verständigen, statt allein mit Hausmitteln weiterzumachen. Das gilt besonders für Menschen mit Vorerkrankungen der Lunge oder des Herzens, für Schwangere sowie für Säuglinge und ältere Menschen, bei denen sich Erkältungssymptome schneller verschlechtern können.

Fazit

Verstopfte Ohren bei einer Erkältung sind in den meisten Fällen eine vorübergehende Folge geschwollener Schleimhäute und lassen sich mit einfachen Hausmitteln wie Dampf, Nasenspülungen und ausreichend Flüssigkeit gut begleiten. Abschwellende Nasensprays und, bei Bedarf, schmerzlindernde Medikamente können zusätzlich helfen, sollten aber nach Packungsbeilage und im Zweifel nach Rücksprache mit Apotheke oder Arztpraxis verwendet werden. Bei Kindern, starken Schmerzen, anhaltendem Fieber, deutlicher Atemnot oder Beschwerden, die sich über die Zeit nicht bessern, ist der Gang zur Ärztin oder zum Arzt die sicherste Wahl.